2010 soll zweites Open-Air-Konzert im Steinbruch folgen
Mit 500 Fans erfüllt Premiere nicht ganz die Erwartungen der Organisatoren / "Man braucht einen längeren Atem"
VON STEFAN LYRATH
Porta Westfalica-Kleinenbremen (Ly). Mit rund 500 Zuschauern ist das erste Open-Air-Konzert im Steinbruch des Kleinenbremer Besucherbergwerks etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben.
Doch das gilt nur für die nackten Zahlen, denn die Kulisse war traumhaft, die Stimmung friedlich, und auch die vier Bands konnten überzeugen. "Wer nicht da gewesen ist, hat Pech gehabt", sagt Mitorganisator Rainer Besser. "Es war einfach super."
Auf 1000 Gäste hatten die Veranstalter im Vorfeld gehofft, mindestens 600 sollten es aber werden. Dennoch lässt sich auch Dr. Johannes Großewinkelmann, Geschäftsführer von Besucherbergwerk und Bergbaumuseum, durch das Ergebnis nicht entmutigen.
"Für den Start sind wir zufrieden", sagt er. "Die Veranstaltung muss sich erst noch rumsprechen, der Ort entdeckt werden. Man braucht einen längeren Atem." Mit anderen Worten: 2010 soll es eine Wiederholung geben.
Freitagabend, 20 Uhr: Scheinwerfer, aufgebaut von den Schmieden des Museums, tauchen die Felswände sowie den darüber liegenden Waldrand in gespenstisch wirkendes Licht. "Eine irre Kulisse", staunen viele Besucher. Beleuchtet wird auch die gegenüberliegende Seite um den alten Brecherturm, der an die großen Zeiten des Bergbaus erinnert.
Kosten offenbar gedeckt
Vor der Bühne werden Wunderkerzen entzündet und im Takt der Musik geschwenkt, an den Ständen versammeln sich immer mehr Menschen. Bloß voll will das weiträumige Gelände nicht werden, was aber auch ein Wunder wäre, denn der steinerne Kessel böte Platz für Tausende. "Läuft doch", lässt sich Gastwirt Klaus Peterding nicht verrückt machen. Der Mann von der "Schönen Aussicht" ist die Ruhe selbst.
Auf der Bühne steht mittlerweile "Groove Discovery", die Top-40-Band aus Porta Westfalica, und gibt alles. Zufrieden lächelnd spielt Gesamtschullehrer Rainer Lodemann, der ebenfalls zum Organisationskomitee gehört, seine Bassgitarre. Für den Auftakt haben "Panorama & Sky" mit Hip-Hop aus Minden gesorgt, gefolgt von den Bremer Rappern "Monopilot". Zum Schluss kommen noch die Bielefelder Deutschrocker "Nun".
Nach dem Open Air ist vor dem Open Air. "Wir müssen noch experimentieren", sagt Johannes Großewinkelmann. Laut denkt er darüber nach, ob die Stände beim nächsten Mal enger zusammenrücken müssen und die Bühne vor der beleuchteten Felswand besser aufgehoben wäre. Andererseits könnte das Probleme mit der Akustik geben.
"Wir sind eben Laien", räumt der Geschäftsführer ein. Ob man die Sache in Zukunft Profis überlässt und die Location an einen Konzertveranstalter vermietet, ist daher aus Sicht Großewinkelmanns zumindest eine weitere Überlegung wert.
Finanziell haben die Laien offenbar nicht schlecht abgeschnitten. Die Kosten dürften nach einer ersten Schätzung Großewinkelmanns gedeckt sein. Und das zählt auch.
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