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23.02.2010
Uchter Moorbahn muss Angebot ausbauen
Ungebrochen wachsendes Interesse an Tourismusattraktion / 11 000 Besucher befördert / Mehr Wagen, mehr Leute

Diepenau-Lavelsloh (fwu). Wenn das Moora noch erlebt hätte: Gut 2600 Jahre nach ihrem vermutlich grausamen Tod ist sie nicht nur für die Wissenschaft als vor fünf Jahren entdeckte Moorleiche eine Goldader der Forschung, sondern auch für die Tourismuswirtschaft der Region ein Pfund, mit dem man wuchern kann.

Sommer, Sonne, Moor - das besondere Erlebnis, mit der Moorbahn durch die Natur zu zuckeln, reizt immer mehr Gäste. Archiv | foto: fwu

Das "Erfrischungsgetränk" Mooratrunk ("hält ewig jung"), im vorigen Jahr erfunden, fand so reißenden Absatz, dass bereits wieder 2500 Fläschchen nachbestellt worden sind. Dies war eine der erfreulichen Mitteilungen, die Vorsitzender Hans-Hermann Reinkemeyer bei der Mitgliederversammlung "Förderverein Moorbahn Uchter Moor" verkünden konnte.

Außerdem wuchs das Buchungs- und Verkaufsgeschäft derart aus, dass mit Margret Verbarg eine weitere Beschäftigte eingestellt werden musste, besonders um den Andrang an Wochenenden besser steuern zu können. Die Anzahl der Fahrten mit der Moorbahn auf den Dämmen stieg auf 11 000. Ein Großteil der Buchungen, erläuterte Marketingleiter Hans-Jürgen Buschmann, sei auf die Kombination mit den Angeboten des Spargelhofs Winkelmann zurückzuführen.

Für die neue Saison liegen schon 46 Buchungen mit 3600 Fahrgästen vor. Aber auch außerhalb der warmen Jahreszeit sind Moorbahnerlebnisse möglich: Die bisherigen Sonderfahrten wurden im Winter fahrplanmäßig ausgedehnt mit Kohl- und Pinkeltouren oder Weihnachtsfahrten. Hier gab es ebenfalls fruchtbare Zusammenarbeit mit der örtlichen Gastronomie. Neu im Jahresablauf waren einige öffentlichkeitswirksame Marketing-Einsätze. Bei der Uchter Gewerbeschau wurde eine Gleisstrecke aufgebaut, die von zahlreichen Besuchern zum "Schnuppern" genutzt wurde. Sogar im befreundeten "Ausland" war man aktiv. Einmal bei einer Hausmesse in der nahen Stadt Minden, woher viele Besucher kommen. Zum anderen gemeinsam mit der "Torffrau" auf der ABF in Hannover. Hier kam die neu gebaute Messelore erstmals zum Einsatz.

"Feldbahnrallye ein Höhepunkt"

Eine Wiederholung alle zwei Jahre ist für die so genannte "Feldbahnrallye" in der Diepholzer Moorniederung geplant, die bei ihrer Uraufführung überall großen Anklang fand. Sogar der NDR mit Moderator Lars Cohrs übertrug am 15. Juli eine "Plattenkiste" live aus Essern-Osterloh (das MT berichtete).

Da die Beförderungskapazität sich oft als nicht ausreichend erwies, wird eine weitere Lore benötigt. Der Fuhrpark umfasst zurzeit fünf Loks, fünf überdachte vierachsige Wagen und einen offenen sowie vier offene Zweiachser, die nur bei warmem, trockenem Wetter genutzt werden können.

Die Zahl der ehrenamtliche Lokfahrer und Moorführer hat sich inzwischen auf 19 Personen erhöht. Das sei auch nötig, um alle Termine besetzen zu können.

Nach dem Kassenbericht von Sarah Schwenker erhielten die bisherigen Funktionäre einmütig das weitere Vertrauen der Versammlung. Hans-Hermann Reinkemeyer bleibt Vorsitzender, Heinrich Gerling sein 2. Stellvertreter und Sarah Schwenker Schatzmeisterin.

In diesem Jahr sollen die bewährten Präsentationen auf den Märkten der Umgebung wie gewohnt fortgesetzt werden. Dazu kommen Einsätze in Bohnhorst bei der Feier zum 800-jährigen Jubiläum sowie eine Beteiligung an der Zentralveranstaltung zum Jubiläum der Bahnstrecke Nienburg-Uchte-Rahden am 3. Oktober.

Saisoneröffnung mit Torfstechen ist für das Osterwochenende am 4./5. April terminiert.

Sponsoren für ein Schutzdach gesucht

Ergänzend zum vorgelegten Haushaltsplan schlug der Vorstand vor, eine Überdachung als Wetterschutz von Bahnsteig und Gleis zum Unterstellen der Personenloren zu schaffen. Der vorhandene Platz reicht nicht mehr aus. Mehrere Fahrzeuge müssen draußen stehen und sind Wind und Wetter ausgesetzt. Durch Sonneneinstrahlung bleichen Planen und Beschriftungen aus.

Da der Verein zurzeit nicht in der Lage ist, die Kosten in Höhe von rund 30 000 Euro allein zu finanzieren, sollen Erkundigungen über mögliche Zuschüsse eingeholt werden.

Der "Vater der Moorbahn", der ehemalige Samtgemeindedirektor Dieter Sprado, freute sich, dass das Moorbahnprojekt zu einem Erfolgsmodell geworden sei. Sein Dank galt allen handelnden Personen rund um Hans-Hermann Reinkemeyer für ihr Engagement.

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Copyright © Mindener Tageblatt 2010
Dokument erstellt am 22.02.2010 um 21:15:14 Uhr

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