Jürgen Rieger, im Verein zuständig für geschichtliche Funde, wird den Acker nach weiteren Fundstücken absuchen. "Die Vase wurde schon vor 20 Jahren gefunden", sagte Rieger und präsentierte das rund 30 Zentimeter hohe Fundstück. Viele Jahre sei es durch verschiedene Haushalte gewandert, von einem Schmied vorsichtig in Form gebracht und schließlich im Heimatmuseum ausgestellt worden.
Rieger stellte bei der Unteren Denkmalschutzbehörde im Landkreis Nienburg den Antrag, Grabungen durchführen zu dürfen. "Wo eine Fliege ist, muss auch ein Misthaufen sein", meint er - und rechnet fest mit weiteren Funden.
Die Genehmigung bekam Jürgen Rieger von Ursula Hockemeyer, der Vertreterin der Denkmalschutzbehörde in Nienburg, begleitet wird er von Jens Berthold, der seit wenigen Wochen als Kommunal-Archäologe der Landkreise Nienburg und Schaumburg sowie der Städte Nienburg, Stadthagen, Bückeburg und Hameln tätig ist.
Drei bis viermal will Rieger den Acker absuchen, vor und nach dem Pflügen. Bei tiefer als 40 Zentimeter liegenden Funden muss er Berthold holen. "In unberührten Schichten können wir mehr geschichtliche Zusammenhänge herstellen", begründete der Kommunal-Archäologe diese Beschränkung.
Einige Tage wird Rieger wohl mit dem Ablaufen des Ackers verbringen, das Areal ist 10 000 Quadratmeter groß. Eigentlich hatte Rieger auf Siedlungsspuren aus einer Zeit von 200 vor Christus spekuliert, diese Datierung war bisher als kleines Schild an der Bronzevase angebracht. Diese Hoffnung bremste Berthold jedoch bei einer ersten Begutachtung des Stückes. Nach dem Mittelalter, also ab dem 15. oder 16. Jahrhundert, schätzte er das Alter der Vase ein.
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