Erfolgreiche Zusammenarbeit von Hausärzten und Führungskräften in Altenheimen / Zahlreiche Erleichterungen
Was in anderen Städten und Gemeinden jedes Vierteljahr ein lästiges Übel ist, gehört in Minden seit geraumer Zeit der Vergangenheit an - dem Mindener Hausärztekreis sei dank. So beschloss das Gremium, das vor zehn Jahren ins Leben gerufen wurde, dass die Ärzte bei Hausbesuchen ihre Einlesegeräte mitbringen und die Versicherungskarten vor Ort registriert und die Praxisgebühr entrichtet wird. Eine einfache Lösung, die Zeiteinsparungen für beide Seiten bringt.
Der vereinfachte Umgang mit Versicherungskarten und Praxisgebühren ist nur eine von verschiedenen weiteren Aktionen, die die Zusammenarbeit von Hausärzten und Heimen verbessert hat.
Die Initiative zu dem Hausärztekreis ging von den beiden damaligen Vorsitzenden des Mindener Hausärzteverbundes, Dr. Toni Huber und Dr. Bendix Jebsen, aus. Ihre Idee: ein besserer Informationsaustausch zwischen Hausärzten und Heimen.
"Mich hat damals Dr. Huber, der regelmäßig zu uns ins Haus kommt, auf das Konzept aufmerksam gemacht", erinnert sich Schwester Lieseltraud Lange-Riechmann, Leiterin des Hauses Emmaus. Sie sei gleich begeistert gewesen und habe spontan ihre Unterstützung zugesagt. Parallel dazu informierte Dr. Jebsen Petra Thielking, Leiterin des Albert-Nisius-Hauses. Auch sie erklärte sich sogleich zur Mitarbeit bereit.
"Zunächst haben wir vier uns zusammengesetzt", berichtet Petra Thielking. Nach und nach seien dann jedoch immer mehr Führungskräfte aus anderen Pflegeeinrichtungen hinzugekommen. Inzwischen tagt das Gremium einmal pro Quartal. Neben den jeweiligen Vorsitzenden des Hausärzteverbundes (heute sind dies Dr. Friederike Reuter-Kosmivic und Dr. Michael Woite), gehören dem Gremium die Führungskräfte fast aller Mindener Altenheime an.
"Dank des Hausärztekreises haben wir zum Beispiel einen Weg gefunden, wie wir einheitlich gewährleisten können, dass auch im Notfall bekannt wird, ob unsere Bewohnerinnen und Bewohner eine Patientenverfügung haben oder nicht", berichtet Schwester Lieseltraud Lange-Riechmann. Ebenso sei geklärt worden, wie die Möglichkeit des neuen Palliativen Netzwerkes optimal auch für die Menschen in Altenheimen genutzt werden können.
Eine weitere wesentliche Erleichterung, die der Arbeitskreis erreicht hat: Heimbewohner, die freitagnachmittags aus dem Krankenhaus entlassen werden, erhalten vom Klinikum Medikamente fürs Wochenende, was bislang nicht der Fall war. Da Hausarztpraxen jedoch freitagnachmittags geschlossen sind, blieb den Heimen bislang nur die Möglichkeit, einen ärztlichen Notarzt zu rufen, der dann für den Bewohner ein Rezept ausstellte. "Das war nicht nur sehr umständlich, sondern auch sehr kostspielig", erinnert sich Petra Thielking.
Auch für die Zukunft hat sich der Hausärztekreis diverse Verbesserungen zum Wohle von betagten Bürgerinnen und Bürgern auf die Agenda geschrieben. "Da wir schon sehr viel erreicht haben, sind wir auch für Zukunft optimistisch", sind sich Schwester Lieseltraud Lange-Riechmann und Petra Thielking einig.
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