Weiter standen die Themen Bioenergie, Weltagrar- und Ernährungsmärkte sowie die Entwicklungen der Erzeuger- und Verbraucherpreise auf dem Programm. Zudem berichten heimische Bauern über die Lage des grünen Berufszweiges in der Region.
Während der Fortbildung wurden den Pädagogen zunächst der Aufbau und die Funktion der Biogasanlage in Stemwede erläutert. "So entsteht Biogas durch Vergärung. Darunter versteht man den mikrobiologischen Abbau von organischen Stoffen unter Luftabschluss", erklärt Reinhard Schlechte, der die 2006 gebaute Anlage in Kooperation mit Dieter Angelbeck betreibt.
Als "Futter" für die Biogasanlage diene Gülle und Silomais. Durch den biologischen Zersetzungsprozess werde die organische Biomasse umgewandelt. Das Endprodukt sei das brennbare Biogas. Der energetische Nutzen von einem Kubikmeter Biogas bei 60-prozentigem Methananteil betrage rund sechs Kilowattstunden. Der durchschnittliche Heizwert eines Kubikmeters Biogas liege bei etwa 0,6 Liter Heizöl.
Im zweiten Teil der Veranstaltung erhielten die Lehrer viele Informationen von Heinrich Gerdom, Berater der Landwirtschaftskammer NRW. Er referierte zum Thema: "Biogasanlagen: Wo stehen wir? - Ein Überblick". Gerdom erläutert, dass es in Nordrhein-Westfalen mittlerweile etwa 280 landwirtschaftliche Biogasanlagen gäbe. "Im Mühlenkreis stehen etwa zehn Anlagen", erklärt Gerdom, wobei er derzeit eine rege Antrags- und Bauaktivität feststellt.
Die anschließende Diskussion drehte sich rund um die Fragen: Welche Bedeutung hat die Bioenergie-Gewinnung für die hiesigen Bauern? Kann Bioenergie dauerhaft einen wesentlichen und nachhaltigen Beitrag zur Energieversorgung leisten? Teller oder Tank? - Konkurrenz zwischen Nahrung und Bioenergie?
Der Kreisverbandsvorsitzende Karl-Heinz Becker wies auf das enorme Wachstum der Bioenergie in der Landwirtschaft hin. Im vergangenen Jahr seien in Deutschland bereits rund 16 Prozent des Stroms und zehn Prozent des gesamten Endenergiebedarfs durch Biomasse, Wind, Wasser und Sonne geleistet worden. "Biogas ist eine interessante Alternative in der Landwirtschaft", unterstreicht der Vorsitzende. Er machte allerdings deutlich, dass ein schädigender Wettbewerb innerhalb des grünen Berufszweiges um die Fläche vermieden werden müsse. Darüber hinaus stellte Becker klar:
Ziel der Fortbildung war, den Pädagogen die Arbeitswelt sowie den Wandel innerhalb des grünen Berufszweiges näher bringen. "Uns wurde deutlich, dass Landwirtschaft heutzutage mehr ist als reine Lebensmittel-Erzeugung", erklärt Karin Keller vom Söderblom-Gymnasium in Espelkamp.
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