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18.06.2009
"Wir wollen die Angst vorm Tod nehmen"
Studenten drehen Kurzfilm in Minden
VON MARK HEYWINKEL

Minden (mh). Schluchzen tönt aus einem der Krankenzimmer des Klinikums Minden. Eine junge Frau weint schmerzerfüllt, aber kein Arzt eilt ihr zur Hilfe. "Schnitt und danke", ruft Jan Krems schließlich und das Schluchzen endet abrupt.

tumpf" tag="a-text-stumpf">Ein junges Filmteam mit Jan Krems als Regisseur (re.) hat das Klinikum für kurze Zeit in einen Drehort verwandelt. | Foto: Boberg

Der 21-Jährige, der Bühnenerfahrung beim Portaner Amateurtheater gesammelt hat und in diesem Fall als Regisseur arbeitet, ist mit der Szene zufrieden. Für ein paar Stunden haben junge Filmemacher eine Station des Johannes-Wesling-Klinikums in Minden zum Filmset umgebaut. Überall liegen Kabel herum, große Scheinwerfer lassen die Luft flimmern und sobald Krems, der in diesem Sommer als Macheath in der "Dreigroschenoper" auf der Freilichtbühne Porta zu sehen ist, ein Zeichen gibt, herrscht gespannte Stille am Set.

"Alle arbeiten hier sehr professionell", stellt Hauptdarsteller Guido Meyer beeindruckt fest. Der 45-Jährige ist sonst hauptsächlich auf Theaterbühnen zu sehen, als Jan Krems und Drehbuchautor Jannis Funk (20, angehender Student an der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam) ihm eine Rolle in ihrem Film anboten, sagte er jedoch sofort zu. "Ich mache gerne bei solchen Projekten mit und unterstütze die jungen Leute, vor allem, wenn sie mit solchem Herzblut bei der Sache sind."

Meyer, dem schwarze Ringe unter die Augen geschminkt wurden, verkörpert im Kurzfilm von Funk und Krems den Tod. In dunklem Mantel und mit Hut verfolgt er auf Schritt und Tritt einen jungen Mann durch dessen Leben und ist auch bei der Totgeburt von dessen Sohn im Krankenzimmer zugegen. Trotz dieses düsteren Themas soll der Film eine positive Botschaft vermitteln. "Der Tod wird gar nicht so sehr thematisiert, wie die Angst vor ihm", sagt Krems gelassen. "Wir wollen mit dem Film ein Stück der Angst vorm Tod nehmen."

Um ihrem Film einen hochwertigen Kinolook verpassen zu können, hat der angehende Filmproduzentenstudent Funk professionelles Equipment für den fünftägigen Dreh in Minden organisiert. So wird auch mit einer teuren digitalen Spiegelreflexkamera gefilmt. "Diese Technik ist noch ziemlich neu, aber wenn alles gut läuft, sieht unser Kurzfilm am Ende aus wie ein Hollywood-Blockbuster", so Funk. Die Finanzierung des Films, der den Titel "Der kurze Moment" tragen soll, läuft über Sponsoren und den Verkauf von Aktien: "Jeder, der das Projekt unterstützen möchte, kann eine Filmaktie kaufen und sichert sich damit einen prozentualen Anteil an den Gewinnen, die wir mit dem Film einspielen werden." Nach dem Dreh in Minden stürzt sich das etwa 15-köpfige Team ohne Atempause in die Postproduktion, schließlich soll "Der kurze Moment" so bald wie möglich als Vorfilm in ausgesuchten Kinos laufen. www.derkurzemoment.de

Ein junges Filmteam mit Jan Krems als Regisseur (re.) hat das Klinikum für kurze Zeit in einen Drehort verwandelt. Foto: Boberg

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Dokument erstellt am 18.06.2009 um 01:25:10 Uhr

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